Transformation as a Service: Wie die Transformation zum Service wird

Eine Transformation im Unternehmen kostet immer Geld, Zeit und Nerven. Kann man solch ein gewaltiges Vorhaben an einen Dienstleister auslagern? Transformationsexpertin Christin Rewald sagt: Ja. Ein standardisiertes Transformations-Set-Up bringt nicht nur Geschwindigkeit und Qualität in den Prozess, sondern erlaubt dem Unternehmen auch, sich weiterhin auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren.

Was bedeutet Transformation as a Service und warum ist das für Unternehmen gerade jetzt interessant?

Transformation as a Service – kurz TaaS – ist ein standardisiertes Projektvorgehen, das unseren Kunden ein Transformations-Set-Up innerhalb kürzester Zeit ermöglicht.

Für Unternehmen ist das relevant, weil sie in einer VUCA-Welt agieren müssen. VUCA ist ein Akronym für die englischen Begriffe volatility (Schnelligkeit), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität) und ambiguity (Mehrdeutigkeit). Der Handlungsdruck ist enorm, denn die VUCA-Welt stellt Unternehmen immer wieder vor Business-kritische Transformationen, welche den Aufbau und Einsatz von Ressourcen, Prozessen, Werkzeugen und Organisationsstrukturen erfordern - eine kostenintensive Mammutaufgabe.

Doch viele Unternehmen tun sich im Rahmen von Anpassungen oder Transformationen schwer, scheitern in ihrem Vorhaben und verschwinden vom Markt. Heißt, die Lebensdauer von Unternehmen wird immer kürzer. Besonders beeindruckend ist an dieser Stelle der Blick auf die S&P 500. Während im Jahre 1965 Unternehmen im Schnitt 33 Jahre im S&P 500 gelistet, waren es im Jahr 2016 nur noch 24 Jahre. Bis 2027 soll dieser Wert sogar auf 12 Jahre absinken, so dass die Hälfte der aktuellen S&P 500 ersetzt werden würde.*

Wie antwortet TaaS auf genau diese Anforderungen am Markt? Und wie funktioniert TaaS?

TaaS ist eine Antwort darauf, wie Unternehmen schnell transformieren können, damit das oben beschriebene Szenario nicht eintritt. Mit Hilfe unseres standardisiertes Projektvorgehen und unsere Expertise ermöglichen wir Kunden ein Transformations-Set-Up innerhalb kurzer Zeit. Im Vergleich würde sich eine eigenständige Planung inkl. Wissens- und Personalaufbau über einen längeren Zeitraum hinziehen.

Die Grundidee von TaaS ist es, mit wiederverwendbaren Transformations-Assets roll-out-basierte Transformationen operativ für den Kunden durchzuführen und diese nahtlos, reibungslos und effizient vom Ist- zum gewünschten Ziel-Zustand zu bringen. Um dies zu tun, haben wir den Transformation Cycle entwickelt. Dieser beinhaltet 8 Phasen, die jedes Unternehmen in einer Transformation durchläuft.

Ein Maturity Assessment ist dem Transformationsprojekt vorangestellt und stellt eine initiale Bewertung der Transformationsbereitschaft der Kundenorganisation dar. Das Assessment ermöglicht es uns, entlang des Transformation Cycle den optimalen Startpunkt der Transformation zu ermitteln.

Wie beschreiben Sie den USP von TaaS für Unternehmen?

Ich sehr vier Punkte als wesentlich an.

  1. Das Plug-In & Unplug Prinzip: Im Kern funktioniert TaaS wie folgt: Nachdem wir gemeinsam mit den Kunden das Transformationsvorhaben genau definieren, übernehmen unsere Transformationsexperten in einem nächsten Schritt den Ramp-Up, die Steuerung und Umsetzung der Transformation (Plug-In). Dies geschieht beispielsweise mit Hilfe modernster Tools & Methoden wie zum Beispiel Software- oder Roboter-basierende Prozessautomatisierungen. Selbstverständlich bleibt der Kunde, unter anderem durch regelmäßiger Status-Reports, zu jeder Zeit in das Transformationsvorhaben involviert. Ist das Transformationsziel erreicht, so werden von uns umgesetzte Prozesse an den Regelbetrieb oder die Linienorganisation des Kunden übergeben, und ein reibungsloser Übergang zum Business-as-usual gewährleistet (Unplug).
  2. Für jeden Prozessschritt berücksichtigen wir außerdem Aspekte der Cybersicherheit, der Informationssicherheit und des Datenschutzes, um Transformationsmaßnahmen entsprechend und passend abzuleiten. Basierend auf einem bewährten Sicherheitsansatz unterstützen wir unsere Kunden dabei, eine verlässliche Sicherheitsgrundlage für ihr Transformationsprojekt zu schaffen.
  3. Ein weiterer Punkt sind die geringen Investitionskosten. Kunden planen in einem ersten Schritt zwar die Transformation gemeinsam mit uns, müssen diese aber nicht aus eigenen Ressourcen heraus bewältigen, sondern können sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Dies hat außerdem den Vorteil, dass Kunden die organisatorischen Aufbaukosten für Know-how und Personalentwicklung geringhalten.
  4. Die elementarste Komponente ist die Transformations-Toolbox. Sie enthält bewährte und sofort-einsetzbare Tools und Methoden für jeden Prozessschritt entlang des Transformationszyklus, zum Beispiel Software-basierende Automatisierungen von einzelnen Prozessschritten, automatisierten Dokumentation von Transformationsabläufen, gezielte Implementierungen von Softwareroboter, Workflow-Automatisierungen oder Automatisierung von Dokumentationssystemen und Berichterstattungen, Process Mining Tools, Data Base Management, standardisierte Projekt Management Tools und so weiter.

Sowohl durch die eigenständige Durchführung einer Transformation als auch durch die Beauftragung einer Beratung entstehen Kosten. Kommt man unter dem Strich nicht auf das gleiche Ergebnis?

Das Management von Transformationen aus eigenen Ressourcen heraus erfordert langfristige Investitionen in Wissen und Personalentwicklung. Dies birgt auch das Risiko, dass weder Wissen noch Personal rechtzeitig zur Verfügung stehen. Mit TaaS können Kunden ihr Tagesgeschäft nahtlos weiterführen und haben gleichzeitig Zugriff auf einen großen Pool an Transformations-Know-how. Außerdem fallen nur während der Zeit des Transformationsprojekts Projektkosten an, es sind keine langfristigen Investitionen nötig.

Wie unterscheidet sich TaaS von standardmäßigem Projektmanagement?

TaaS-Projekte umfassen sowohl Projektmanagement als auch transformationsspezifische Methoden. In den ersten Phasen der Transformation arbeiten wir vor allem strategisch und konzeptionell mit dem Kunden zusammen. In letzten Phasen sind wir operativ für unsere Kunden tätig und setzen die Transformation mit Hilfe modernster und transformationsspezifischer Tools & Methoden um.

Was spricht dagegen, eine Transformation aus eigenen Kräften zu stemmen?

Transformationen sind in der Regel zeitlich begrenzt. Um einen effizienten Prozess zu gewährleisten, wird eine Vielzahl von Tools und Methoden eingesetzt. Training und Onboarding der eigenen Mitarbeiter ist sehr kostspielig und die erworbenen Fähigkeiten sind oft nicht relevant für das Kerngeschäft. Deshalb kann ich Unternehmen nur raten: Konzentrieren Sie sich auf Ihr Kerngeschäft!

*Vgl. Innosight [https://www.innosight.com/wp-content/uploads/2017/11/Innosight-Corporate-Longevity-2018.pdf]

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