Wie steuert man IT, KI und Automatisierung in einem Konzern mit 27 Töchtern? Rüdiger Strelow (DVV) und Dennis Schiedat (Detecon) sprechen über eine eigene KI-Plattform, über 100 automatisierte Prozesse und die größte Hürde: Datenqualität. Ihr Fazit: Technik allein reicht nicht. Entscheidend sind gute Daten, eigene Infrastruktur und Menschen, die mitgenommen, geschult und befähigt werden.
DVV und Detecon im Gespräch: Gute Daten, Gute KI
Über 100 automatisierte Prozesse, eine eigene KI und ein Fazit: Ohne gute Daten keine KI.
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Mehr InformationenIT-Portfollio-Management bei DVV.
Wie steuert man ein IT-Portfolio in einem Konzern mit 27 Tochtergesellschaften?
Mit klarer Governance und einer zentralen IT, die eng mit Holding und Töchtern verzahnt ist. Die Strategie des Konzerns wird in jedes Projekt heruntergebrochen. So bauen Stadtwerke, Netze und Verkehrsbetriebe auf derselben Infrastruktur und Architektur auf.
Was ist der Vorteil, die eigene Infrastruktur selbst zu betreiben?
Geschwindigkeit, Synergien und Kontrolle. Die DVV prüft zuerst, ob eine Anwendung im eigenen Rechenzentrum laufen kann. Erst dann geht sie zu Cloud-Anbietern. Andere müssen viele Dienstleister einzeln beauftragen. Bei der DVV kommt fast alles aus einer Hand.
Warum baut die DVV eine eigene KI-Plattform?
Als KRITIS-Unternehmen muss sie Datenschutz und die Vorgaben des BSI erfüllen. Die eigene KI läuft auf eigenen Servern im eigenen Rechenzentrum. Mitarbeitende müssen sich nicht fragen, ob sie bestimmte Daten eingeben dürfen. Die Netze Duisburg nutzen die Plattform bereits, weitere Töchter folgen nach und nach.
Wie skaliert man Automatisierung im Konzern?
Mit Leuchtturmprojekten und messbarem Nutzen. Im ersten Projekt sollte jede Tochter ein oder zwei Prozesse nennen. Am Ende waren es 17, heute sind es über 100. Ein Beispiel: 15.000 Arbeitsscheine pro Jahr für den Außendienst laufen jetzt digital statt auf Papier. Wichtig ist, jeden Prozess vor der Automatisierung zu optimieren.
Was bremst Automatisierung und KI am stärksten?
Die Datenqualität. Gründe sind heterogene Systemlandschaften und fehlende Datenpflege. Bei KI wird das noch wichtiger, weil sie Entscheidungen vorbereitet oder selbst trifft. Datenpflege ist Hygiene, „wie Zähneputzen”. Mitarbeitende müssen Daten als Vermögenswert begreifen und die neuen Werkzeuge auch beherrschen.
Welche Weichen müssen Kommunalunternehmen für die nächsten zehn Jahre stellen?
Rüdiger Strelow nennt drei: Erstens agiles Portfoliomanagement statt starrer Fünfjahrespläne. Zweitens die volle Kontrolle über die kritische Infrastruktur. Drittens Data Literacy, also neben Process Ownern auch klare Data Owner. Dennis Schiedat ergänzt: Unternehmen müssen Kompetenzen in KI, Machine Learning und energiewirtschaftlichen Daten strategisch aufbauen.
Schlechte Daten, schlechte KI.
„Schlechte Daten sind die Grundlage für schlechte Automatisierung und schlechte KI. Gute Daten sind das Fundament für alles, was wir mit KI und Automatisierung erreichen wollen.”
Rüdiger Strelow
Leiter IT-Portfoliomanagement, DVV
„Unternehmen werden sich künftig nicht mehr fragen, welche Prozesse sie automatisieren, sondern bewusst, welche sie nicht automatisieren.”
Dennis Schiedat
Energieexperte bei Detecon
Energy Expert-Talk
Wie die DVV mit eigener KI und guten Daten ihre Zukunft gestaltet.