Interview mit unserem Experten Steffen Kuhn, Leiter Global Chapter Digital Strategy & Innovation
Was sind die drei größten Herausforderungen bei der Entwicklung kognitiver Städte?
Erstens benötigen unsere Städte eine motivierende Vision. Da wir erst am Beginn dieser neuen Ära stehen, bietet sich die Chance, den Fokus auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner im urbanen Leben zu richten und Wissen durch die Planung eines zielorientierten Masterplans aufzubauen.
Zweitens müssen Regierungen die technologische Dimension in Angriff nehmen. Nach wie vor gibt es ein Defizit an Verständnis und Bereitschaft für KI- sowie Konnektivitätstechnologien. Das erschwert es, Fachexperten für Technologie bereits in frühen Phasen in sämtliche Regierungsebenen einzubinden. Netzwerkinfrastrukturen werden kontinuierlich modernisiert. Dies erfordert eine präzise Abstimmung mit der Weiterentwicklung bestehender IKT-Infrastrukturen. Damit verbunden sind Investitionen und die Einbindung von Fachleuten. Zudem sind technische Standards in verschiedenen Regionen nur schwer einheitlich umzusetzen. Dies erschwert die Koordination zwischen lokalen Behörden und Industrieakteuren überregional. Sowohl Regulierung als auch Technologie stellen hier eine Herausforderung dar.
Drittens müssen Städte Bedenken hinsichtlich Cybersicherheit und Datenschutz bewältigen: Lösungen für die Risiken von Cyberangriffen, Informationslecks, Diebstahl und Beschädigung von Hard- und Software sowie für den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen und vertraulichen Daten müssen höchste Priorität haben, um Bürgerbeteiligung und Interaktion im Ökosystem zu ermöglichen.
Die Bereitstellung geeigneter Infrastrukturen spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Ziel ist es, eine Basis zu schaffen, die Entwicklung, Produktion und Betrieb bestmöglich unterstützt. Unterschiedliche Technologien können dafür eingesetzt werden. Neben WLAN und Ultrabreitband sorgen insbesondere 5G-Technologien für Skalierbarkeit und Innovationsfähigkeit. Entscheidend ist, im Bereich Industrial Connectivity das optimale Technologie-Mix entlang der jeweiligen Wertschöpfungskette auszuwählen oder bereitzustellen. Die digitale Transformation zielt darauf ab, Produktivität und Effizienz zu steigern. Höherer Automatisierungsgrad sowie verbesserte Transparenz und Kontrolle von Prozessen in Entwicklung und Produktion erfordern die Vernetzung sämtlicher wertschöpfungsrelevanter Komponenten.
Wie lassen sich diese Herausforderungen überwinden?
Die Überwindung dieser Herausforderungen erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der alle relevanten Akteure einbindet und dem Gemeinwohl dient. Heutige Städte und Regionen müssen innovative und resiliente Lösungen entwickeln, um die richtigen Partner anzuziehen. Die Chancen der digitalen Technologien frühzeitig zu nutzen, ist dabei ein entscheidender Faktor.
Darüber hinaus ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Regierungsbehörden, Privatwirtschaft, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen von zentraler Bedeutung. Indem die kollektive Expertise und die Ressourcen dieser Akteure gebündelt werden, können Städte umfassende Strategien entwickeln, um jede Herausforderung wirksam anzugehen. Ebenso wichtig sind Investitionen in Forschung und Entwicklungsinitiativen, die innovative Lösungen schaffen, die den spezifischen Bedürfnissen jeder Gemeinschaft gerecht werden.
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