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Gründen während COVID-19?! Klingt verrückt, ist aber machbar!

Mit vent.io ist der Leasing-Dienstleister Deutschen Leasing Anfang 2021 mit seiner eigenen Digitalisierungstochter an den Start gegangen. Mitten in der Corona-Pandemie! In unserer Reihe „Working in the New Reality” sprachen Daniela Drube und Verena Vinke mit den beiden Geschäftsführern der venti.io Ajat Hong und Sven Siering über die Herausforderungen des Gründen in eine Zeit voll Unsicherheiten - und die spannende Chance, ein Unternehmen aufzubauen, das keine "alte Normalität" kennt.

Die vent.io ist die „Digitalisierungtochter“ der Deutschen Leasing und wurde Anfang diesen Jahres gegründet. Was ist euer Auftrag – und was macht Euch besonders? 

Sven Siering: Als vent.io entwickeln wir für die Kunden und Partner der Deutschen Leasing Gruppe neue digitale Geschäftsmodelle – und zwar durch die Kooperation mit und Beteiligung an Early-Stage B2B Start-ups, die ihren Fokus auf Asset-bezogene Services legen. Zudem entwickeln wir neue digitale Kunden- und Partnerschnittstellen und arbeiten an der Umsetzung von Data Science Use Cases, die für die Deutsche Leasing Gruppe und deren Kunden und Partner interessant sind.
Kurz: Die vent.io investiert in B2B-Start-ups und arbeitet selbst an neuen digitalen Geschäftsmodellen im Bereich der Industrie 4.0.
Durch die enge Verbindung zu unserer Muttergesellschaft bieten wir Start-ups neben Investment-Kapital auch Zugang zum weitreichenden Kunden- und Partnernetzwerk, inklusive Experten rund um die Themen Finanzierung, Leasing und Risikomanagement – das macht uns einzigartig in der deutschen Venture Capital Landschaft.

Ajat Hong: Anders als die meisten VCs verfügt die vent.io über eigene Software- & System Engineers, Data Scientists und eine eigene moderne und sichere Cloud-Infrastruktur, sprich wir können selbst in-house entwickeln und Start-ups auch in diesen Bereichen bei ihren Vorhaben unterstützen.

Eure Ausgründung ist am 27.Januar 2021 erfolgt, mitten im Corona-Lockdown. 
„Gründen während Corona“ – was hat das für Euch bedeutet?

Sven Siering: Es war auf jeden Fall etwas unbürokratischer und ungewöhnlicher als es die meisten Gründer Pre-Corona kannten. Unser einziger Vor-Ort Termin war die Unterzeichnung der Gründungsurkunde beim Notar in Bad Homburg. Jeglicher Kontakt mit Behörden erfolgte ausschließlich über E-Mail und Telefon, wobei der Digitalisierungsstand von Behörde zu Behörde recht unterschiedlich ist. Teilweise mussten wir Formulare noch ausgedruckt per Post verschicken – das meiste lief aber online und dadurch unproblematischer als es vermutlich vor der Pandemie der Fall war. Unsere Eintragung ins Handelsregister erfolgte an einem Samstag, obwohl deutsche Behörden ja bekanntermaßen nur Montag bis Freitag arbeiten. Da während der Pandemie aber viele Arbeitnehmer im Home Office waren, hat uns die Mitarbeiterin, die unsere Eintragung vorgenommen hat, eben an einem Samstag eingetragen. Auf unsere Steuernummer mussten wir allerdings etwas länger als üblich warten.

Als neue Firma steht die Einstellung neuer Mitarbeiter und die Entwicklung einer eigenen Firmenkultur ganz oben auf Euer Todo-Liste. Wie seid ihr dies angegangen und welche Herausforderungen seht ihr hier?

Ajat Hong: Wir haben mit vent.io eine Digitalmarke geschaffen, die Talente aus den Bereichen Innovation, Venture Capital, Software Engineering und Data Science ansprechen soll. Uns ist natürlich bewusst, dass eine Marke allein noch keine Firma macht – die Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt, sie sind das Herz und die Seele von vent.io. Gemeinsam mit dem Team und der Detecon haben wir in den letzten Monaten mit der Entwicklung unserer eigenen Firmenkultur begonnen. Dabei ging es zunächst darum, unseren „Purpose“ detaillierter auszuformulieren und Werte, die wir leben wollen, sowie Regeln für die Zusammenarbeit zu definieren.

Sven Siering: Außerdem hat uns Detecon bei der Erstellung des Personalbeurteilungsprozesses und der Vergütungsstruktur unterstützt und bei Stellenbewertung sowie der Einführung der OKR Systematik geholfen. Die Zusammenarbeit hat toll funktioniert.

Wie seid Ihr damit umgegangen, dass die in sich schon herausfordernde erste Gründungsphase mit der einer Zeit der rein virtuellen Zusammenarbeit zusammengefallen ist? Und mit Blick auf die Zukunft: Was habt Ihr Euch für hybride Arbeitsmodelle überlegt und warum? 

Sven Siering: Im Grunde war das für uns kein Neuland, da wir in der Digital Innovation Unit der Deutschen Leasing – das war die Vorgängerorganisation, aus der die vent.io hervorgegangen ist – mobiles Arbeiten bereits etabliert hatten. Das ausschließliche Arbeiten von zu Hause war allerdings in der Tat neu. Wir haben viel Zeit investiert, um uns regelmäßig virtuell zu treffen – und zwar nicht nur zu fachlichen Terminen, sondern auch zum virtuellen Lunch oder Coffee Break. So hatten alle Mitarbeiter Zeit und Gelegenheit, sich besser kennenzulernen, so wie das Pre-Pandemie wahrscheinlich in der Kaffee-Küche passiert wäre. Auch jetzt, in unserem hybriden Modell, finden noch virtuelle Kaffee-Dates statt.
Die Zusammenarbeit hat jederzeit gut funktioniert, da sich die Kolleginnen und Kollegen selbst gut organisiert haben. Natürlich war dann das erste Teamevent vor Ort bei allen aber sehr gewünscht – und wir haben es sehr genossen, uns endlich „in echt“ zu sehen statt nur über die Laptop-Kamera.
Es ist interessant zu sehen, dass es unterschiedliche Präferenzen gibt im Team: Einige arbeiten lieber im Büro, andere schätzen das Home Office. Wir konnten uns nun aber alle darauf committen, mindestens 3 Tage im Büro zu arbeiten, inklusive unserem Teamtag mit gemeinsamem Frühstück am Mittwoch. Das hilft uns beim Zusammenwachsen als Team und natürlich auch beim Kennenlernen der neu einzustellenden Kolleginnen und Kollegen, auf die wir uns schon sehr freuen!

Die vent.io ist ständig in Bewegung und in Veränderung – es bleibt spannend!

Ajat, Sven, vielen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch.

 

Vielen Dank für die Mitarbeit an diesem Interview an Verena Vinke.

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