Braucht man wirklich noch ein weiteres Digital Maturity Assessment?

Das Digital Maturity Model bietet eine übergreifende Sicht auf die sechs Kerngeschäftsdimensionen: Kunde, Strategie, Technologie, Betrieb, Kultur und Daten. Warum Unternehmen diese Form von Reifegradmodellen und Assessments nutzen sollten, um ihre Ziele zu erreichen, erklärt Detecon Consultant Sasha Wakounig. 

Reifegradmodelle und Assessments sind eine großartige Möglichkeit, um einer Organisation zu helfen, ihren aktuellen Status quo zu bewerten und zu bestimmen. Dies gilt insbesondere für Themen und Faktoren, die Unternehmen nur schwer quantifizieren und messen können. Dazu gehören zum Beispiel Kultur, Agilität, Fähigkeiten und Rollen oder die Gestaltung des Arbeitsplatzes. Reifegradmodelle können hierfür eine notwendige Struktur bereitstellen, die Entscheidern als Basis dient, um aussagekräftige Erkenntnisse abzuleiten und diese in greifbare To-Dos und umsetzbare Initiativen zu übersetzen.

Aber halt, Ihre Organisation nutzt bereits verschiedene spezialisierte Assessments und Methoden, um organisatorische, prozessuale, finanzielle und technische Aspekte zu bewerten. Warum also sollten Sie noch eine weitere Bewertung in Betracht ziehen? Lesen Sie weiter!

Organisationen sind optimierungsgetrieben und es macht Sinn, tief in themenspezifische Assessments einzutauchen und Potenziale und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkunden. Für themenspezifische Maßnahmen, sagen wir in einem technischen Bereich, sind oft maßgeschneiderte Assessments und Deep Dives notwendig, um Defizite zu identifizieren, die sehr spezifisch für dieses Thema sind. Und für viele Themen ist der aktuelle Status quantifizierbar und messbar. Aber dieses technische Assessment kann innerhalb seiner Domäne isoliert sein und Schnittstellen zum Rest der Organisation fehlen. Das ist für einige spezifische Assessment-Initiativen in Ordnung, für andere nicht so sehr, da Assessment-Ergebnisse oft nur für den betroffenen Teil der Organisation relevant sind. Dennoch können Probleme auftreten, wenn die Ergebnisse abteilungsübergreifend verglichen werden oder wenn versucht wird, die Assessment-Ergebnisse in Leistungsberichte zu übersetzen.

Betrachtet man die Organisation jedoch aus einer strategischeren und ganzheitlicheren Sicht, wird das Big Picture immer relevanter. Auf dieser Ebene ist ein prägnanter Überblick über alle relevanten Dimensionen erforderlich, der alle verfügbaren Daten kombiniert. Dieser Überblick sollte idealerweise aussagekräftige Reifegrade definieren, die auf die dynamischen Bedürfnisse und Anforderungen der einzelnen Funktionen und Abteilungen zugeschnitten sind und diese im großen Ganzen zusammenführen können.

Ein solches strukturiertes, übergreifendes Modell kann eine Organisation dabei unterstützen, den Assessment-Aufwand über verschiedene relevante Abteilungen und Funktionen hinweg zu bündeln und dabei helfen, den aktuellen, digitalen Status quo sowie den gewünschten zukünftigen Zielzustand zu bewerten. Darüber hinaus sollte es in der Lage sein, den Reifegrad in Bezug auf Themen wie Strategie, Kultur oder Agilität zu quantifizieren. Eine strukturierte Methodik schafft den notwendigen Rahmen, in dem jeder Teil einer Organisation an Metriken gemessen wird, die für sein spezifisches Kompetenzthema relevant sind. Diese Metriken werden in nachvollziehbare Reifegrade übersetzt, die sowohl den heutigen Status quo als auch den gewünschten Zielzustand von morgen abbilden. So kann Transparenz geschaffen werden, wenn es um Vergleiche und Benchmarks über die Organisationen hinweg geht. In einem nächsten Schritt können Initiativen zur Erreichung des gewünschten Zielzustands über die untersuchten Dimensionen aufgesetzt und in einer Roadmap festgehalten werden.

Das Digital Maturity Model bietet eine solche übergreifende Sicht auf die sechs Kerngeschäftsdimensionen: Kunde, Strategie, Technologie, Betrieb, Kultur und Daten. Diese Dimensionen sind weiter unterteilt in mehrere Unterdimensionen mit Blick auf die Themenspezifität. Da das Digital Maturity Model ein modularer Ansatz ist, können Organisationen die Dimensionen und Subdimensionen auswählen, die sie im Detail untersuchen möchten. Das Digital Maturity Model kann ein großartiges Top-Down-Tool sein, um Bottom-Up-Insights zu generieren, die Einzelpersonen in der gesamten Organisation ansprechen und die Grundlage für den Start der digitalen Transformation schaffen.

 

Der Originalartikel erschien am 23.10.2020 hier auf LinkedIn.

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