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Interview Visual with Dan Dimitriu

Stadt, KI, Zukunft: Was Cognitive Cities möglich machen – heute und in Zukunft

Zusammenfassung
Cognitive Cities stehen für eine neue Phase der Stadtentwicklung – eine, in der Städte nicht nur Daten sammeln, sondern die Bedürfnisse ihrer Bewohnerinnen und Bewohner wirklich verstehen und darauf reagieren. In diesem Interview erklärt KI-Experte Dan Dimitriu, warum Cognitive Cities weit mehr sind als „smartere“ Smart Cities, wie sie bereits heute Mobilität, Nachhaltigkeit und öffentliche Services verbessern und worin ihr eigentlicher Mehrwert liegt. Zudem geht er auf Fragen rund um Datenschutz und Governance ein und zeigt auf, warum Städte, die jetzt handeln, sich einen entscheidenden Vorteil für die kommenden Jahre sichern.

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Autor*innen
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    Interview mit Dan Dimitriu

    Interview mit Dan Dimitriu, Principal und Experte für AI und Cognitive Cities

    Welche falschen Vorstellungen über Cognitive Cities halten sich hartnäckig 

    Viele glauben, Cognitive Cities seien einfach „smartere Smart Cities“ mit mehr Sensoren, mehr Dashboards und mehr Daten. Aber eine Cognitive City geht weit darüber hinaus. Sie beobachtet nicht nur, was passiert, sondern versteht die Zusammenhänge. Sie erkennt Muster, antizipiert Bedürfnisse und orchestriert Antworten über Mobilität, Energie, Gesundheit und öffentliche Dienstleistungen hinweg.  

    Eine Cognitive City wird nicht allein durch Technologie definiert, sondern durch ihre Fähigkeit, die Lebensqualität zu verbessern, die Resilienz zu stärken und Dienstleistungen adaptiver, gerechter und nachhaltiger zu gestalten, stets mit den Bedürfnissen der Menschen im Mittelpunkt. 

    Wenn eine Cognitive City sprechen könnte – was würde sie über Sie wissen und zu Ihnen sagen?  

    Sie würde nicht „alles“ über mich wissen, das ist ein Missverständnis. Eine Cognitive City arbeitet mit anonymisierten, kontextbezogenen und zustimmungsbasierten Daten, nicht mit individueller Überwachung. Wenn die Stadt zu mir sprechen könnte, würde sie vielleicht sagen:  

    „Ihr üblicher Arbeitsweg ist durch Verkehr und Wetter beeinträchtigt, und Ihr Tagesplan umfasst mehrere Termine in der Stadt. Ich passe alles an die Kapazität des öffentlichen Verkehrs an, optimiere den Verkehrsfluss und schlage die besten Routen vor, damit Sie stressfrei und effizient ankommen.“   

    Cognitive Cities verfolgen keine Einzelpersonen. Sie verstehen den Kontext und kollektive Muster, erkennen, was die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger benötigt, und reagieren so, dass alle besser leben, arbeiten und sich bewegen können. 

    Drei beeindruckende Dinge, die Cognitive Cities schon heute können? 

    1) Verkehrsstörungen vorhersagen und verhindern: KI-Modelle prognostizieren Staus Minuten oder Stunden im Voraus. Signale werden angepasst, der öffentliche Verkehr kann umgeleitet und Verkehrsströme proaktiv verteilt werden – Emissionen sinken, Zeit wird gespart. Ein Beispiel ist Singapurs Verkehrsvorhersagesystem, das Signale und Verkehrsflüsse dynamisch steuert. 

    2) Abfall- und Ressourcenmanagement transformieren: Sensoren in Müllbehältern, unterirdische pneumatische Systeme und KI-gesteuerte Sammelrouten machen die Abfallentsorgung günstiger, sauberer und nachhaltiger. Barcelonas IoT-Müllsystem gilt hier als Vorreiter. 

    3) Öffentliche Dienstleistungen neu denken: Von Grundbuch bis Genehmigungen, Cognitive Cities nutzen digitale Identitäten und automatisierte Workflows, um Bearbeitungszeiten von Wochen auf Stunden zu verkürzen. Dubai setzt z.B. Blockchain ein, um öffentliche Dienstleistungen effizienter zu gestalten und Verwaltungsaufwand zu reduzieren. 

    Welche Funktion einer Cognitive City werden Sie wahrscheinlich nutzen, ohne es zu merken?  

    Adaptive Umgebungen. Sie betreten ein Gebäude, eine Station oder einen öffentlichen Raum und alles funktioniert einfach. Licht, Belüftung und Energieverbrauch passen sich automatisch an Belegung und Wetter an. Aufzüge antizipieren den Bedarf. Öffentliche Räume verändern ihr Energieprofil je nach Nutzung. Sie müssen nichts anforderndie Umgebung passt sich im Hintergrund an, um das Erlebnis reibungsloser, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Schon heute optimieren intelligente Gebäude beispielsweise in Kopenhagen automatisch ihren Energieverbrauch. 

    Welche Herausforderungen müssen Städte angehen, um diese Zukunft Realität werden zu lassen?  

    Die größte Herausforderung ist nicht die Technologie, sondern Governance. Städte brauchen vertrauenswürdige Datenmodelle, ethische Rahmenwerke, die Überwachung verhindern und die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger sicherstellen, interoperable digitale Infrastruktur, Cybersicherheit im großen Maßstab sowie neue Fähigkeiten und Betriebsmodelle in der Verwaltung. 

    Cognitive Cities funktionieren nur, wenn Technologie, Governance und nutzerzentriertes Design zusammenkommen. Ohne dieses Fundament kann selbst die beste KI keinen echten Mehrwert erzeugen. 

    Warum sollten Städte bereits jetzt starten?  

    Der Wandel von „smart“ zu „cognitive“ ist eine Transformation. Städte, die jetzt handeln, können: 

    Kosten und Emissionen reduzieren 

    die Servicequalität verbessern 

    die Resilienz gegenüber Krisen stärken 

    Talente und Investitionen anziehen 

    die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger deutlich erhöhen. 

    Cognitive Fähigkeiten werden zu einem Wettbewerbsvorteil für Städte – nicht erst 2035, sondern in den nächsten 3–5 Jahren. Daher sind all diejenigen Städte im Vorteil, die sich bereits entsprechend mit dem Thema befasst haben und sich auf die Veränderungen einstellen oder dies jetzt in Angriff nehmen. Die Zeit zu handeln ist jetzt! 

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