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Wie Europa seinen eigenen Weg der Digitalisierung beschreiten kann

#RebuildingEuropeMagazin
European Path

Die Welt durchläuft aktuell mit der Digitalisierung – wissenschaftlich formuliert – einen sogenannten Technologieschock. Einen radikalen technologischen Wandel, der die Parameter des wirtschaftlichen Handelns neu definiert und die Gesellschaften verändert. Von der Ausprägung her ist dieser Wandel außergewöhnlich. Und verlangt nach einem Ansatz, mit dem sich Europa im globalen Wirtschaftssystem behaupten kann.

Die technologischen Entwicklungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben dazu geführt, dass die Erstellung von Großsystemen beziehungsweise Plattformen deutlich vereinfacht wurde, was wiederum zu wirtschaftlichem Druck für Veränderungen in Prozessen, Produkten, Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten geführt hat.
Daraus ergeben sich gravierende Konsequenzen für das Wirtschaftssystem:

> Die vereinfachte Verknüpfbarkeit der IT-Systeme über Organisationsgrenzen hinweg verläuft entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

> Technologische Machbarkeit nimmt eine globale Relevanz an und ermöglicht die Etablierung von globalen Plattformen.

> Die Vernetzbarkeit von Großsystemen ermöglicht den Aufbau von Partnerschaften und Ökosystemen.

ZWEI DOMINIERENDE GLOBALE GESCHÄFTSMODELLE

Deutschland und Europa bewegen sich innerhalb des globalen Wirtschaftssystems zwischen den dominanten Digitalmodellen aus China und den USA. Das Modell Silicon Valley geht primär von kreativer Zerstörung aus, das heißt digitale Plattformen mit globaler Reichweite entstehen neu in Konkurrenz zu den etablierten Unternehmen. Das chinesische Modell dagegen basiert auf einem staatlich massiv protegierten Heimatmarkt. Das chinesische Modell erweist sich aktuell wirtschaftlich als besonders wettbewerbsstark. Die Verteilung der Fortune-500-Unternehmen zeigt insbesondere in Asien einen deutlichen Zuwachs, während in den USA die Zahl sinkt. Auch bei der technologischen Kompetenz, inklusive Standards, ist eine weitere Verschiebung nach Osten zu erkennen.

Die Welt durchläuft aktuell mit der Digitalisierung – wissenschaftlich formuliert – einen sogenannten Technologieschock. Einen radikalen technologischen Wandel, der die Parameter des wirtschaftlichen Handelns neu definiert und die Gesellschaften verändert. Von der Ausprägung her ist dieser Wandel außergewöhnlich. Und verlangt nach einem Ansatz, mit dem sich Europa im globalen Wirtschaftssystem behaupten kann.

Können also Deutschland und Europa bei den Themen Spitzentechnologie und Sprunginnovation ihren eigenen Weg finden, ohne die etablierte Industriebasis fundamental zu beschädigen? Gibt es einen Weg der digitalen Transformation, der den protektionistischen und destruktiven Mechanismen standhalten kann?
Davon bin ich überzeugt. Denn aktuell scheint sich von Europa ausgehend ein dritter Weg zu etablieren.

DER EUROPÄISCHE WEG DER DIGITALEN TRANSFORMATION

Der europäische Ansatz setzt nicht auf destruktiven Kapitalismus wie im Silicon Valley oder einen staatlichen Protektionismus wie in China, sondern auf eine globale Abdeckung und die digitale Erweiterung der Geschäftsmodelle, basierend auf den Zukunftstechnologien und europäischen Skills. Diese sind Security, Datenschutz, Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und das Betreiben von sicheren Infrastrukturen bis hin zu europäischen Smart Cities als potenzielles Exportmodell. Damit unterscheidet sich das europäische Modell von der Grundannahme der beiden global dominanten Digitalmodelle aus den USA und China.

Grundlage dafür ist die technische Beherrschung von zwei Dimensionen erfolgskritischer Anforderungen an digitales Zukunftsgeschäft in Deutschland und Europa:

> Verständnis und Beherrschung der Zukunftstechnologien der „drei A“: AS (Autonome Systeme), AIoT (Artificial Intelligence of Things) und AR (Augmented Reality), die technische Machbarkeiten um Größenordnungen voranbringen werden und entsprechend im Zentrum des fortgesetzten technologischen Wandels stehen.

> Herausstellung von europäischen Kernkompetenzen wie
 Security und Verlässlichkeit zur Argumentation eines typisch europäischen Differenzierungsfaktors und Wettbewerbsvorteils.

INNOVATIONSÖKOSYSTEME ENTSCHEIDEND FÜR GLOBALE REICHWEITE

Ökosysteme sind bei der Schaffung einer globalen  Reichweite besonders wichtig. Dabei ist das Silicon Valley mittlerweile bei Weitem nicht das einzige technisch relevante und globale Ökosystem. Auf der ganzen Welt entstehen aufgrund der möglich gewordenen Verknüpfung der Player und ihrer Systeme neue Innovationsökozentren – von Berlin in Deutschland über Be’er Sheva in Israel bis nach Pudong in China.

Was Innovationsregionen in Deutschland angeht, ist die Entwicklung von Berlin in der vergangenen Dekade besonders hervorzuheben. Die deutsche Hauptstadt hat es mit ihrer  Heterogenität als großem Erfolgsfaktor geschafft, als neue Startup-Hochburg im internationalen Wettbewerb zu überzeugen. Auch in einigen Regionen anderer Bundesländer entstehen und erneuern sich Ideenschmieden von globalem Rang.

DIE EUROPÄISCHE STADT ALS EXPORTMODELL

Europa hat nachweislich die lebenswertesten Städte. Berlin gilt bei jungen Leuten zwischen 15 und 29 Jahren als eine der attraktivsten Städte weltweit. Zudem landen weitere europäische Metropolen regelmäßig auf den vordersten Plätzen der lebenswertesten Städte. Bezüglich Nachhaltigkeit, Offenheit und kultureller Substanz sind Europas Städte führend. Es besteht international ein großer Anreiz darin, einzelne Komponenten daraus zu kopieren. Insbesondere Smart-City-Elemente stehen in der Nachfrage – gewissermaßen als in Software gegossene Elemente der Partizipation. Wir sollten die Welt nicht davon überzeugen, dass das europäische Städtekonzept ohnehin nicht zu einhundert Prozent kopierbar ist, sondern vielmehr ermutigen, das zu übernehmen, was übertragbar ist.

Als positives Beispiel in der Entwicklung von Smart-City-Konzepten kann Monheim am Rhein aufgeführt werden, das eine mutige Digitalisierungspolitik vorantreibt, seine Bürger von öffentlichen Angeboten profitieren lässt und ein Beispiel für ein deutsches Smart-City-Exportreferenzmodell werden könnte. In Leipzig dient im Rahmen des Triangulum-Projektes sogar ein Teil des westlichen Stadtgebiets als Laborzone für die Konzeption einer gesamtstädtischen Smart-City-Strategie. Aber auch in anderen europäischen Regionen entstehen ehrgeizige Smart- CityProjekte. Das spanische Santander etwa gilt sogar als Vorreiter in dieser Hinsicht. Dort gibt es schon intelligente Parkplätze, Sprinkleranlagen, Laternen und sogar Mülleimer. Auch in anderen europäischen Großstädten wie Barcelona, Kopenhagen, London und Helsinki laufen sehr ambitionierte Smart-City-Projekte.

MIT COMPANY REBUILDING UNTERNEHMEN TRANSFORMIEREN

Um mit den Möglichkeiten der Digitalisierung Schritt zu halten, müssen sich Unternehmen digital erweitern und in Teilen neu erfinden. Eine Antwort darauf ist der Company-ReBuilding- Ansatz der Detecon. Dieser basiert auf dem Prinzip der organisatorischen Zellteilung, bei dem unternehmerische Kleinteams Ausgangspunkt der Dynamik sind. Mit diesem Ansatz ist es möglich, Unternehmenstanker in kleine und agile Schnellboote zu transformieren, die den neuen Marktgegebenheiten besser gewachsen sind.

Auch wir als Digitalberatung befinden uns in unserem ganz eigenen Company-ReBuilding-Prozess, bei dem wir den Anspruch haben, unser Beratungsgeschäft weiterzuentwickeln, um noch besser durchgängig von der Innovation bis zur Implementierung helfen zu können. Das nennen wir Beyond Consulting. Ein durchaus anspruchsvoller und auch steiniger Weg.

MEHR SELBSTBEWUSSTSEIN BEIM EUROPÄISCHEN WEG

Es gibt ihn, den europäischen Weg der digitalen Transformation, mit Deutschland als größter Wirtschaftskraft an der Spitze. Diesen gilt es, selbstbewusst global über Allianzen und Ökosysteme zu skalieren. Natürlich ist es sinnvoll, erfolgreiche Aspekte aus den kalifornischen und chinesischen Modellen zu kopieren – sei es die Aufwertung der Heimatmärkte oder nationale Exzellenzprogramme, wie zum Beispiel DARPA in den USA oder das Talpiot-Programm in Israel.

Aber weder das US-amerikanische noch das chinesische Digitalmodell ist eins zu eins für Europa erstrebenswert. Die Aufgabe liegt nun darin, die digitale Erweiterung der etablierten Geschäfte und eine globale Relevanz über Allianzen und Ökosysteme zu schaffen, die wettbewerbsfähig sind und somit eine kulturell und wirtschaftlich passende Alternative für Europa bieten. Dies wäre auch eine Alternative für die Regionen der Welt, die gerne diesem europäischen Weg folgen würden.

#RebuildingEuropeMagazin

Die Welt durchläuft aktuell einen Technologieschock. Der Auslöser, die Digitalisierung, definiert die Parameter des wirtschaftlichen Handelns neu und verändert ganze Gesellschaften. Die Treiber unseres globalen Wirtschaftssystems gehen unterschiedlich damit um. Das Modell Silicon Valley aus den USA setzt auf kreative Zerstörung, das heißt digitale Plattformen mit globaler Reichweite entstehen neu in Konkurrenz zu den etablierten Unternehmen. Das chinesische Modell dagegen basiert auf einem staatlich massiv protegierten Heimatmarkt und erweist sich aktuell wirtschaftlich als besonders wettbewerbsstark.

Wie bewegen sich Deutschland und Europa zwischen diesen beiden dominanten Digitalmodellen? Es gibt Anzeichen, dass sich ein eigener „Europäischer Weg“ ausbildet. Spitzentechnologie und Sprunginnovation, ursprünglich die Grundlagen unserer etablierten Industrie, sind auch heute wieder die zentralen Schlüsselkompetenzen, in die wir all unsere Kräfte investieren müssen.

Diese Ausrichtung bestärkten auch unsere Kunden und Geschäftspartner auf der Premiere des Detecon Red Carpet Events im September 2018. Die Essenz dieses "Europäischen Weges" haben wir für Sie im Magazin Rebuilding Europe zusammengetragen.

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