Detecon
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18.10.2019

Neue Buchpublikation Utility 4.0

So gelingt Energieversorgern der organische Weg in die digitale Zukunft

Vier Detecon-Autor*innen mit Beiträgen vertreten

Das zu Ende gehende Jahrzehnt hat die Energiebranche in Deutschland massiv verändert. Der Atomausstieg nach der Katastrophe von Fukushima, der Anstieg des Anteils alternativer Energiequellen auf über 40 Prozent, der Ausstieg aus der Steinkohle und das beschlossene Ende der Braunkohleverstromung haben das Unternehmensgefüge kräftig durcheinandergewirbelt. Besonders die großen Energiekonzerne mussten mit teilweise schmerzhaften Einschnitten ihre Strukturen verändern.

Und noch ist kein Ende in Sicht. Auf dem Handelsblatt-Energie-Gipfel im Januar 2019 sagte EnBW-Chef Frank Mastiaux weitere Umbrüche voraus: „Die Energiewirtschaft kommt in eine Phase, die weniger politisch-regulatorisch als vielmehr von den Märkten, den Kunden und von neuen Technologien geprägt sein wird“, berichtet das Handelsblatt. Neue Wettbewerber, die neue Maßstäbe in Sachen Schnelligkeit, Innovation und Kundenorientierung setzten, würden den noch anspruchsvolleren Teil der Transformation einläuten, so Mastiaux: „Es gilt, von Anpassung auf Gestaltung umzuschalten.“

Utility 4.0

Tiefgehende kulturelle Veränderungen

Bisher hätten die Energieversorger mit großangelegten organisatorischen Veränderungen auf die Energiewende und die Digitalisierung reagiert. Die digitale Transformation der Unternehmen könne jedoch nur dann gelingen, wenn sie mit einer tiefgehenden kulturellen Veränderung verbunden sei, schreiben die Detecon-Berater Dr. Volker Rieger und Marc Wagner in ihrem Beitrag Mit New Work und Company ReBuilding die kulturelle Transformation der Energiewirtschaft gestalten für die zweibändige Springer-Publikation Realisierung Utility 4.0. Für die notwendigen Veränderungen der Unternehmensstrukturen empfehlen die beiden Autoren den Company ReBuilding-Ansatz, der sich an biologischen Modellen wir Zellteilung und Ökosystemen orientiert.

Bisher würde die Reaktion der Energieversorger auf die Herausforderungen von Digitalisierung und Energiewende klassischen Mustern folgen: Einspar- und Lean-Programme, Leuchtturm-Initiativen zur Digitalisierung, die Gründung von Digital-Einheiten, Labs oder Innovation-Hubs und die Einführung von agilen Methoden. Waren diese Programme erfolgreich, fragen die Autoren? „Digitale Transformation lässt sich nicht von oben verordnen. Denn die alten Geschäftsmodelle verschwinden nicht über Nacht und die alten Fähigkeiten sind nicht von heute auf morgen wertlos. Der zentrale Erfolgsfaktor der digitalen Transformation eines bestehenden Unternehmens ist das Entstehen lassen des Neuen aus dem Bestehenden.“

Der Energiewirtschaft bieten sich enorme Chancen

Company ReBuilding sei darauf angelegt, bestehende Stärken und Erfahrungen zu nutzen und dabei gleichzeitig Strukturen hervorzubringen, die maximal anpassungsfähig sind und neben der Weiterentwicklung des Kerngeschäftes insbesondere auch radikale Innovationen und das „Neudenken“ der etablierten Geschäftsmodelle ermöglichten. „Daher bildet ein hochmotiviertes und von einer gemeinsamen kundenorientierten Idee geleitetes Team den Nukleus jeder digitalen Transformation“, konstatieren Rieger und Wagner. „Wir sind davon überzeugt, dass sich mit den Mechanismen von Company ReBuilding und mit den technologischen Möglichkeiten einer Plattformökonomie insbesondere für etablierte Unternehmen der Energiewirtschaft enorme Chancen ergeben, die Ökosysteme der Zukunft aktiv mitzugestalten und teilweise selbst ins Leben zu rufen.“

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Der vollständige Beitrag von Dr. Volker Rieger und Marc Wagner ist sowohl als e- und Printpublikation erschienen in

Oliver D. Doleksi (Hg.): Realisierung Utility 4.0, Band 1 und 2. Praxis der digitalen Energiewirtschaft von den Grundlagen bis zur Verteilung im Smart Grid, Springer 2019

ISBN 978-3-658-25331-8

Realisierung Utility 4.0: Kapitelstruktur Band 1 und 2

Alle Beiträge der mitwirkenden Detecon-Autoren im Überblick:

  • Julius Golovatchev: Digitaler Zwilling für die Realisierung Utility 4.0
  • Karla Blanke, Dirk Smikale (innogy); Neue Arbeitskultur in der Energiewirtschaft – wie geht das? Ein Erfahrungsbericht vom Programm innogize our work der innogy SE
  • Volker Rieger, Marc Wagner: Mit New Work und Company ReBuilding die kulturelle Transformation der Energiewirtschaft gestalten

 

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