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26.02.2019

10 Thesen zur digitalen Zukunft Deutschlands

#RebuildingEuropeMagazin
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Deutschland hätte im Wettbewerb mit den USA und China nicht nur das Potenzial für einen dritten ökonomischen Weg, sondern auch für eine gesellschaftliche Alternative zur neuen Illiberalität im politischen System der USA und der autoritäreren Normierung des Menschen in China. Hätte, wenn…! 

Dafür wäre aber zunächst Realismus wesentlich. Im Rahmen der Diskussionen zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands im digitalen Zeitalter schwanken jedoch die Meinungen von Experten, Medien und anderen Berufenen immer wieder zwischen handlungslähmender Depression, Selbstüberschätzung der Stärken und verfrühter selbstverliebter Euphorie. So sieht sich beispielsweise aktuell Deutschland schon aufgrund früher Forschungskapazitäten als zukünftigen Sieger im Kontext der Künstlichen Intelligenz (KI), obwohl auch hier wieder andere Länder bei der ökonomischen Verwertung die Nase vorn haben, beziehungsweise chinesische und US-amerikanische Datengiganten uns auch an Forschungskapazitäten längst überflügelt haben. Das macht deutlich: Wir sollten ehrlich unsere aktuellen Schwächen analysieren, dann aber unsere wissenschaftlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Potenziale erkennen und diese durch Plattformen wie Innovationsagenturen und Innovationsregionen zum Erfolg führen: Plattformen, die sowohl Sprunginnovationen systematisch möglich machen (disruptive Innovationsagentur) als auch den Mittelstand in der Breite unterstützen (Innovationsregionen und steuerliche Innovationsförderung). Dies kann die Basis für einen dritten Weg Deutschlands und Europas sein. 10 Thesen sollen dies im Folgenden vertiefen.

5 Gründe zur Klage

1. Deutschland droht im Sandwich zwischen China & USA zu verkümmern.

2. Wir sind mental in der Industrieökonomie zurückgeblieben.

3. Unsere Innovationresultate sind daher auf dem Pfad der Erosion.

4. Die Politik agiert zögerlich – mit gravierenden Folgen.

5. KI als deutsche Hoffnung dokumentiert sowohl unsere Marktschwäche als auch unsere Forschungsschwäche.

 

5 Gründe zur Freude

1. Deutschlands Gegenwart – vor allem auch jenseits der Wirtschaft – bietet enorme Potenziale für die Zukunft.

2. Schon heute gibt es erste begeisternde „digitale“ Unternehmer und Unternehmen.

3. Ein Disruptions-Agentur kann den Weg für Innovationssprünge freimachen.

4. Innovationsregionen können alte und neue Potenziale verbinden.

5. Wir haben die Chance eines dritten Weges.

 

… und ein Schlussappel!

Es gibt mindestens 5 Gründe zur Klage

Es ist heilsam, vor dem Aufbruch in die Zukunft ehrlich mit sich und anderen Vergangenheit und Gegenwart zu analysieren, selbst wenn es schmerzhaft ist. Daher sollten wir damit beginnen, wenn wir auf solidem Grund in die Zukunft voranschreiten wollen.

1. Deutschland droht im Sandwich zwischen China & USA zu verkümmern

Deutschland und Europa laufen Gefahr, wirtschaftlich zum kümmerlichen Salatbelag im Sandwich zwischen den USA und China zu verkümmern. Die Große Koalition bekennt sich im Koalitionsvertrag zwar zur Förderung von Sprunginnovation, also Erfindungen wie Smartphone, Touchscreen, LED oder die gentechnische CRISPR/CAS-Methode. Ein solches Bekenntnis allein – das hat die Vergangenheit gezeigt – hilft aber nur wenig, um zukunftsfähig zu bleiben. Den Bekenntnissen müssen auch konsequente Neuorientierung und wirksame Maßnahmen folgen. Hier ist der Status Quo aber unzureichend. Das gilt sowohl bei Smart-Service-Geschäftsmodellen als auch bei der Transformation von Konzernen und Mittelstand bis hin zur Künstlichen Intelligenz.

2. Wir sind mental in der Industrieökonomie zurückgeblieben

De facto ruhen wir uns noch zu sehr auf Industrien aus, deren Ursprung in der Kaiserzeit liegt. So kann man zu unserer Zukunftsfähigkeit feststellen:

> Deutschland ist traditionell stark verankert in der Automobilindustrie sowie im Maschinen- und Anlagenbaubau. Die deutsche Wirtschaft wird faktisch und mental von einer verdinglichten Monokultur dominiert. Wir haben zum Beispiel vier Mega-Automobilkonzerne und drei riesige Automobilzulieferer … aber nur eine SAP!

> Im internationalen Vergleich fehlt es Deutschland massiv an Wagniskapital für Innovationen in alternative Geschäftsmodelle.

> Zudem ist unsere Informations- und Kommunikationsbranche jenseits von SAP zersplittert. Entsprechend niedrig sind die Investitionen. Sie liegen gerade mal bei 3,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Allein die Big Five der US-Internetkonzerne, also Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft und Facebook, investieren jährlich 50 Milliarden Euro.

> Die staatliche Förderung für Forschung und Entwicklung im ICT-Sektor ist seit 2005 relativ um zwei Drittel geschrumpft.

> Die Zahl der Gründungen im wissensbasierten Sektor, vor allem in der Spitzentechnologie, ist in Deutschland auf einem historischen Tiefststand.

> Im Forschungssektor liegen wir in kaum einer modernen Spitzentechnologie wirklich noch auf Platz eins.

3. Unsere Innovationresultate sind daher auf dem Pfad der Erosion

Die Analyse der Rahmenbedingungen spiegelt sich auch in der Realität unserer Innovationserfolge. Die Innovatorenquote im Mittelstand hat sich in fünfzehn Jahren nahezu halbiert. Natürlich ist das nicht bei den oft über Generationen familiär geführten global tätigen Hidden Champions der Republik der Fall. Die Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) hat aber auch hunderttausende Mittelständler analysiert, häufig Zulieferer auf dem Land mit bislang kaum entwickelter digitaler Kompetenz, oft in schwieriger Nachfolgesituation und mit geringerer Attraktivität am Arbeitsmarkt. Hier kommt man zu einem ganz anderen Ergebnis. Diese Innovationsschwäche hat dazu geführt, dass Deutschland in der Innovationskompetenz in der Breite eine Mittelmäßigkeit an den Tag legt, die wir uns nicht leisten dürfen. So kommt es hierzulande nicht zu Gründungen wie Google, so wird aber auch unser Mittelstand in der Fläche nicht zukunftsfähig.

4. Die Politik agiert zögerlich – mit gravierenden Folgen

Gerade heute erleben wir die Dramatik einer nur auf die Gegenwart ausgerichteten Politik. Die genannten Expertenkommissionen wie das EFI oder das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) an der Uni Mannheim weisen seit über einem Jahrzehnt auf negative Entwicklungen bei der Innovationsfähigkeit Deutschlands hin. Die Misere ist seit Jahr und Tag bekannt. Doch erst vor einem Jahr hat die damalige Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) diese Innovationsarmut öffentlich angeprangert. Den Ernst der Lage hat die Bundesregierung viel zu lange ignoriert oder verdrängt. Das entspricht leider dem Prinzip traditioneller, reaktiver Politik.

5. KI als deutsche Hoffnung dokumentiert sowohl unsere Marktschwäche als auch unsere Forschungsschwäche

Beispiel KI: In die Erforschung Künstlicher Intelligenz haben wir zwar viel Geld gesteckt und tiefschürfende Erkenntnisse gewonnen. Doch mit welchem Ergebnis auf den Märkten und bei den Kunden? Als „Economical Animal“ stelle ich da nüchtern fest: Kommerzialisierung und Skalierung von Neuem stehen bei unserer Forschung häufig in einem schlechten Verhältnis zu Input, Anspruch und rhetorischem Wortgeklingel. Oft können wir nicht wirklich zufrieden sein – weder bei Patenten, Gründungen, Zitationen und wissenschaftlichen Publikationen beziehungsweise Beiträgen bei Spitzenkonferenzen noch bei der Anziehungskraft von Spitzenforschern.

Es gibt aber auch mindestens 5 Gründe, die Hoffnung machen

1. Deutschlands Gegenwart – vor allem auch jenseits der Wirtschaft – bietet enorme Potenziale für die Zukunft

Das Wichtigste vorweg: Trotz drastischen Innovationsrückstandes hat Deutschland in der digitalen Ökonomie enorme Zukunftspotenziale. Im Wettbewerb der Politik- und Gesellschaftssysteme bieten unsere offene Gesellschaft, das Soziale unserer Marktwirtschaft und ihre vielen attraktiven Lebensumfelder im globalen Wettbewerb um Talente und Wissen eine Alternative zur neuen Illiberalität im politischen System der USA und der autoritäreren Normierung des Menschen in China. Wer würde denn heute noch gerne in die USA gehen, wo in- und ausländische Bürger nicht sicher ihre Zukunft einschätzen können? Wo nicht nur Sozial-, Gesundheits- und Bildungssysteme, sondern auch die Ökonomie in der Fläche jenseits der Hot Spots und Metropolen an West- und Ostküste gescheitert sind?

Deutschland kann hier als weltoffene und tolerante Gesellschaft besonders punkten. Zugleich besitzen wir insbesondere durch unsere Kompetenz beim industriellen Internet noch hervorragende Voraussetzungen, weil wir jenseits der Kunden-Portale über Kompetenzen für komplexe Lösungen verfügen. Doch den „Maschinen-Datenschatz“ gilt es vielfach noch zu heben.

Selbst beim klassischen B2C-Internet und im Wettbewerb mit Google & Co glaube ich an einen positiven Umschwung in unserer Wettbewerbsfähigkeit, wenn Europa konzertiert aufbrechen würde. So wie europäische Firmen- und Forschungskonsortien Airbus oder CERN geschaffen haben, so kann dies nun auch bei der jetzt fordernden Datenökonomie und den neu zu schaffenden europäischen Datenhäusern gelingen – aber nicht als staatliche, sondern als privatwirtschaftliche beziehungsweise PPP-Initiative.  Die Zerschlagung des US-amerikanischen AT&T-Monopols in den 80er Jahren durch Offenlegung aller Patente und Lizenzen für Wettbewerber weist den defensiven Weg zum Brechen von Googles Macht. Kein Grund also, den Kopf in den Sand zu stecken – wenn gehandelt würde.

2. Schon heute gibt es erste begeisternde „digitale“ Unternehmer und Unternehmen

Der Gründer Hasso Plattner hat SAP erst als Vorstands-, danach als Aufsichtsratsvorsitzender angetrieben, aber sie bei aller Größe, allem Ruhm, aller Bedeutung und Erhabenheit nie zur Ruhe kommen lassen. Er hat beispielsweise mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und der Design School in Stanford exterritoriale Räume geschaffen, in denen frei und missionsgetrieben, hierarchiearm und leidenschaftlich innoviert werden konnte. So sind die Grundzüge der SAP-Entwicklungsplattform HANA entstanden, die auf der In-Memory-Technologie des Konzerns basiert.

Solche exterritorialen Räume sind essenziell für Innovationen. In alten Strukturen und satten Kulturen hingegen ist die Wahrscheinlichkeit für radikale Innovation nach meiner Erfahrung gering. Norbert Reithofer hat bei BMW einst die Entwicklung des i3 in einer Art Geheimprojekt auf separiertem Werksgelände vorangetrieben. Die Benzinfraktion bei den Vorständen, Betriebsräten und Ingenieuren hätte sonst wohl selbst den Vorstandsvorsitzenden mit seiner Vision vom Elektroauto ausgebremst. Das Modell ist zwar bis heute kein wirtschaftlicher Mega-Erfolg. Der Gewinn an technologischem Wissen und an Reputation war jedoch beachtlich.

Nennen möchte ich auch Bosch. Bemerkenswert, wie sich dieses schwäbische Stiftungsunternehmen mittlerweile der Startup-Kultur geöffnet hat, um seine Innovationskraft zu erhalten – und zwar nicht nur an den Rändern.

Interessant auch Siemens: Joe Kaeser war hier mit der Ankündigung seines milliardenschweren unternehmerorientierten Innovationsprogramms schnell auf der Straße. Doch ich höre und lese über Siemens überwiegend Meldungen über Abspaltungen, Börsengänge, Mergers und Konsolidierung. Dieser Konzern mausert sich zu einem interessanten Anschauungsobjekt.

Die zukunftsentscheidende Frage in Richtung deutscher Manager: Setzt sich die Börsen-, Merger- und Effizienzlogik durch – oder das Prinzip Innovation?

3. Ein Disruptions-Agentur kann den Weg für Sprünge freimachen

Ich fordere ergänzend eine Agentur für radikale Innovation. So etwas ist in Schweden, der Schweiz oder den USA seit Jahrzehnten etabliert – mit nachweislichem Erfolg. 

„Disruptive Erfindungen bei Fraunhofer & Co? LED und MP3. Das war‘s dann aber auch“. Habe ich in einem Interview spitz festgestellt. In meinem Antrag im Bundestag habe ich formuliert: 

„Deutschland verfügt über eine vielfältige Innovations- und Forschungslandschaft, die eine Breite der Themengebiete von der Grundlagen- bis zur Anwendungsforschung einbezieht. Das deutsche Innovationssystem ist besonders gut dazu geeignet, Innovationen hervorzubringen, die evolutionär auf etablierten Technologien, Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen andocken bzw. aufbauen. USA, China und Israel hingegen entwickeln in verstärktem Maße auch vollkommen neue Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle und verweisen Deutschland hier auf einen mittleren Platz.“

Hier würde eine Innovationsagentur für disruptive Innovationen Abhilfe leisten – aber politikfern!

4. Innovationsregionen können alte und neue Potenziale verbinden

Es darf bei der Überwindung der Krise natürlich nicht nur um die Stimulierung und Stärkung einzelner Unternehmen, Gründer oder Forschungsinstitutionen gehen. Wir müssen ganzheitlicher denken und ökonomische und gesellschaftliche Ökosysteme für Innovationen schaffen – wie die Region Sophia Antipolis in Südfrankreich oder die vielen Shenzhen in China. Mit besonderen steuer-, arbeits-, energie-, bau- und verwaltungsrechtlichen Rahmenbedingungen und großen Freiheiten für Bildung und Forschung. Mein Konzept der „Digitalen Freiheitszone“ hat es jetzt auch in den Leitantrag des FDP-Bundesparteitags geschafft.  Für Deutschland und Europa ist dabei die Anbindung an industrielle Cluster entscheidend. Cluster wie das für Mess- und Prüftechnik in Göttingen oder für Medizintechnik in Tuttlingen stehen vor oder inmitten der großen Herausforderung, sich für die Welt smarter Produkte und Services zu transformieren. Sie müssen die Frage beantworten: Warum sollte ein Gründer sich dort niederlassen, ein Wagniskapitalgeber dort investieren oder ein ‚Techie‘ dorthin ziehen oder bleiben? Deutschland braucht smarte Modellregionen und innovationsfreundliche Ökosysteme, in denen etablierte Mittelständler und innovative Gründer miteinander digitale Transformation gestalten. Solche smarten Regionen entstehen, wenn die Politik das begreift und mitanschiebt.

5. Deutschland und Europa auf der Suche nach dem dritten Weg?!

Auch wenn der dritte Weg immer wieder missbraucht wird (zuletzt aus der „rechten Ecke“), haben ordoliberale Wirtschaftswissenschaftler wie Wilhelm Röpke und auch Vertreter der katholischen Soziallehre die Soziale Marktwirtschaft zeitweilig als einen dritten Weg zwischen Planwirtschaft und Marktwirtschaft, zwischen Liberalismus und Sozialismus oder zwischen Individualismus und Kollektivismus angesehen.

Im Jubiläumsjahr von Karl Marx sollten wir uns diesen Reflexionen stellen. Natürlich können wir dabei nicht Marx‘ Dogmatik des Klassenkampfes und der Diktatur des Proletariats ausblenden. „Stalin, Ulbricht und Honecker wie auch Chavez belegen die blutigen Pfade seiner Erlösungsideologie. Hier irrte Marx grausam!“, so meine Mahnung im ‚Manager Magazin‘. Richtig ist aber auch: Marx kann ein Stück Provokation und Inspiration für die Zukunft sein. 

Bestätigt Marx nicht die Vordenker von Share Economy und Collaborative Commons wie die verstorbene Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom oder den Wharton-Professor Jeremy Rifkin, wenn er darüber spricht, dass vom Standpunkt einer höheren ökonomischen Gesellschaftsform das Privateigentum einzelner Individuen am Erdball ganz so abgeschmackt erscheinen wird, wie das Privateigentum eines Menschen an einem anderen Menschen?

Ein Schlussappell...

Weder Vergesellschaftung im Sinne des marxistischen Irrwegs und neuer Totalitarismus des staatskapitalistischen Chinas noch neue Monopole und Plutokratien im Sinne der GAFA-Unternehmen und ihrer naiven Silicon-Valley-Evangelisten können für uns Vorbild sein. 

Ein dritter Weg könnte die Alternative sein – ein Zusammendenken von Individuum, Kollaboration und Technologie, bei dem nicht die Evangelisten des Silicon Valley den Takt angeben, sondern europäische Denker und Gestalter aus Wissenschaft, Politik und Praxis für eine neue Bürger-Souveränität, humane Konzepte der Arbeit und regionale Innovationscluster wie Ostwestfalen-Lippe. Gerade für das sozialpartnerschaftlich geprägte Deutschland könnte das eine enorme Chance darstellen.

Georges Clemenceau sagte einmal: „Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.“ Richtig! Aber die soziale Frage bewegt mich in unserer freiheitlichen Gesellschaft, beides gilt es zusammenzudenken! Warum nicht jetzt? 

Über den Autor

Dr. Thomas Sattelberger war bis Mai 2012 Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG. Er war von Juli 2003 bis zu seiner Bestellung zum Telekom-Personalvorstand im Mai 2007 in derselben Funktion Mitglied des Vorstandes der Continental AG in Hannover. Zuvor war er in führenden Funktionen für Daimler und Lufthansa tätig. Sattelberger gilt als einer der Personalvordenker der Republik, hat sich als Verfechter des Diversity-Managements profiliert und initiierte die 30-Prozent Frauenquote für Führungspositionen bei der Telekom. Er kritisiert geschlossene Systeme in Konzernen und Gesellschaft und die damit verbundene Chancenungleichheit und Talentausgrenzung. Er gilt als innovativer Vordenker neuer Arbeitswelten und -kulturen. Seit 2017 sitzt Sattelberger für die FDP im Deutschen Bundestag.

Dr. Thomas Sattelberger
Dr. Thomas Sattelberger

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Die Welt durchläuft aktuell einen Technologieschock. Der Auslöser, die Digitalisierung, definiert die Parameter des wirtschaftlichen Handelns neu und verändert ganze Gesellschaften. Die Treiber unseres globalen Wirtschaftssystems gehen unterschiedlich damit um. Das Modell Silicon Valley aus den USA setzt auf kreative Zerstörung, das heißt digitale Plattformen mit globaler Reichweite entstehen neu in Konkurrenz zu den etablierten Unternehmen. Das chinesische Modell dagegen basiert auf einem staatlich massiv protegierten Heimatmarkt und erweist sich aktuell wirtschaftlich als besonders wettbewerbsstark.

Wie bewegen sich Deutschland und Europa zwischen diesen beiden dominanten Digitalmodellen? Es gibt Anzeichen, dass sich ein eigener „Europäischer Weg“ ausbildet. Spitzentechnologie und Sprunginnovation, ursprünglich die Grundlagen unserer etablierten Industrie, sind auch heute wieder die zentralen Schlüsselkompetenzen, in die wir all unsere Kräfte investieren müssen.

Diese Ausrichtung bestärkten auch unsere Kunden und Geschäftspartner auf der Premiere des Detecon Red Carpet Events im September 2018. Die Essenz dieses "Europäischen Weges" haben wir für Sie im Magazin Rebuilding Europe zusammengetragen.

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