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Europäischer Weg der digitalen Transformation

Mit Allianzen und Ökosystemen gegen die Auswirkungen des digitalen Technologieschocks +++ Europäisches Digitalmodell als Gegenentwurf: „Weder das amerikanische noch das chinesische Digitalmodell ist für Europa erstrebenswert.“

Prof. Dr. Heinrich Arnold startete mit der heutigen Antrittsvorlesung das Master-Modul Engineering of Digital Transformation an der Technischen Universität (TU) Berlin. Der im Januar zum Honorarprofessor ernannte CEO der Managementberatung Detecon International will in seiner Vorlesungsreihe für einen europäischen Weg der Digitalisierung werben.

In seiner Begrüßungsrede würdigte der Präsident der TU Berlin, Prof. Dr. Christian Thomsen die hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen Arnolds, unter anderem als Lehrbeauftragter im Fachgebiet Innovationsmanagement und Autor des wissenschaftlichen Buchs Technology Shocks über das Management radikalen technologischen Wandels. Zudem ist Arnold Vorstand im Münchner Kreis, Mitglied des Feldafinger Kreises und Kurator bei Fraunhofer und Max-Planck-Gesellschaften.

Prof. Dr. Dr. e.h. Henning Kagermann, der als scheidender Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) federführend die Entwicklung von Industrie 4.0 in Deutschland vorantrieb, nahm eine Einordnung des Themas aus Sicht der Wirtschaft und der angewandten Wissenschaft vor: „Dieser zweiten Welle der Digitalisierung kann nicht durch Produktinnovation begegnet werden, sie erfordert eine Neudefinition der Geschäftsmodelle auf der Basis der technischen Machbarkeiten.“          

Technologieschock zwingt Industrien zur Neuausrichtung

In seiner Antrittsvorlesung blickte Arnold auf die Treiber und den grundlegenden Charakter des aktuellen technologischen Wandels.

„Dieser Wandel ist aufgrund seiner Auswirkungen außergewöhnlich – ein sogenannter Technologieschock. Wirtschaft und Gesellschaft kommen nicht umhin, nun Anpassungen vorzunehmen. Erfolgreich kann dies nur gelingen, wenn Allianzen und Ökosysteme stärker aufgebaut und genutzt werden. Gleichzeitig stellt sich prinzipiell die Frage, ob es überhaupt gelingen kann, etablierte Geschäftsmodelle der klassischen europäischen Industrie digital so zu erweitern, dass sie im Umfeld des digitalen Wettbewerbs bestehen können.“

Auf dem Europäischen Weg der digitalen Transformation

Die vorwiegend europäische Annahme, dass es gelingen muss, etablierte Geschäftsmodelle digital zu erweitern und damit zukunftsfähig machen zu können, unterscheide sich von der Grundannahme der dominanten Modelle aus den USA und China. Das Modell Silicon Valley geht primär von kreativer Zerstörung aus, d.h. digitale Plattformen mit globaler Reichweite entstehen neu in Konkurrenz zu den etablierten Unternehmen. Das chinesische Modell dagegen baut auf einem staatlich massiv protegierten Heimatmarkt und subventioniertem globalen Expansionsmodell auf.

„Weder das US-amerikanische noch das chinesische Digitalmodell ist für Europa erstrebenswert. Die Frage ist nun, wie wir eine globale Relevanz über Allianzen und Ökosysteme schaffen können, die wettbewerbsfähig sind und somit eine kulturell und wirtschaftlich passende Alternative für Europa bieten. Dabei spielen europäische Spezialkompetenzen wie Security, Datenschutz, Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und das Betreiben von sicheren Infrastrukturen eine wichtige Rolle“, sagte Arnold abschließend.

Die Honorarprofessur ist an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik der Technischen Universität Berlin angesiedelt. Das Master-Modul für das Wintersemester 2018/2019 fokussiert auf Schlüsselthemen der digitalen Transformation in Deutschland und Europa, mit den Themengebieten Cybersecurity, Advanced Analytics, Industrial IoT und Co-Innovation und wird zusammen mit dem Detecon Engineering Center in Berlin angeboten.

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