Jobs

Chancen der Digitalisierung der Wasserstoffbranche

Wasserstoff ist unverzichtbarer Baustein auf dem Weg zur Energiewende. Gleichzeitig hat er den Ruf der „Champagner der Energieträger“ zu sein, da für seine Produktion eine große Menge Energie benötigt wird. Eine konsequente Digitalisierung der Wasserstoffwirtschaft unter Einbeziehung bestehender Energieversorger könnte dieses Problem bald der Vergangenheit angehören lassen.

Durch technologische und politische Entwicklungen hat der Energieträger Wasserstoff (H2) einen massiven Schub erhalten. Im nächsten Jahrzehnt wird Wasserstoff vor dem Hintergrund der Energiewende eine rentable Versorgungsalternative bei einer steigenden Anzahl an Anwendungsfällen bieten. So erwartet die Deutsche Energieagentur DENA, dass sich die Wasserstoffnachfrage innerhalb der nächsten zehn Jahre verachtfachen wird. Das Land Baden-Württemberg prognostiziert, dass der jährliche Umsatz der deutschen Wasserstoffwirtschaft bereits zum Jahre 2030 dem aufsummierten Jahresumsatz von EnBW, RWE und Vattenfall gleichkommen könnte.

Energieversorgern kommt im Zuge dieser Entwicklung eine wesentliche Rolle zu. Neben der Bereitstellung von erneuerbarem Strom aus Wind–, Wasser-, Bio- und Solarkraft zur CO2-freien Generierung von grünem Wasserstoff, müssen sie durch eine intelligente Netzplanung die Umstellung von Industrieprozessen begleiten. Weitere Geschäftsfelder entstehen durch Nutzung bestehender Ressourcen. So schätzt der BDEW, dass rund zwei Drittel des bestehenden Erdgas(speicher)netzes (insbesondere in „Untergrund-Kavernen-Speichern“) auch für die Wasserstoffwirtschaft genutzt werden können. Auch Forschungs-, Entwicklungs- und Wissensressourcen der Erzeuger insbesondere im Bereich CO2-arme Gase bilden eine Grundlage für den nachhaltigen Übergang auf H2.

Diesen zahlreichen Chancen stehen allerdings auch mannigfaltige Herausforderungen gegenüber. Insbesondere stellen sich Fragen wie:

  • Was sind Visionen, Ziele, Strategien und End-to-End (E2E)-Prozesse im Geschäftsfeld Wasserstoff?
  • Wie wird Wasserstoff in das bestehende Ökosystem der Energieversorger integriert und welche strategischen Partner werden benötigt? Wie werden Synergien gehoben?
  • Welche skalierbaren Ressourcen werden zur Integration von Wasserstoffprojekten in die bestehende IT-Infrastruktur benötigt?
  • Welche innovativen IT-Lösungen stehen zur Optimierung und Automatisierung von Prozessen im Bereich Wasserstoff bereit?
  • Welche  Veränderungen in den Bereichen Organisation und Prozessen müssen im Rahmen des Change Managements durchgesetzt werden? Wie lassen sich diese Projekte effizient und effektiv umsetzen?

Hierbei entsteht die neuartige Möglichkeit, den Aufbau der Infrastruktur eines innovativen Energieträgers von Beginn an digital zu denken.

Einerseits bedingt eine auf Wasserstoff skalierbare digitale Infrastruktur die effiziente Umsetzung des Transformationsprozesses. Andererseits bieten smarte Technologien bereits heute eine breite Palette an Anwendungsfeldern, welche sich kostengünstig in Wasserstoffprogramme einbetten lassen. Geeignete Hard– und Softwarekomponenten ermöglichen dabei ganzheitliche Lösungen für komplexe Probleme. Von Seiten der Infrastruktur ist eine zentrale Querschnittsaufgabe die Etablierung eines Konzeptes, welches Daten aus verschiedenen Bereichen und Initiativen in einen Pool integriert. Insbesondere in der Datenmonetarisierung von Wasserstoffprojekten kommt dem Datenpool essenzielle Bedeutung zu. Zum einen werden ein effizienteres Wissensmanagement und dadurch schnellere Lernkurveneffekte ermöglicht, zum anderen haben Wasserstoffprojekte die Besonderheit, dass sie ohne eine technologieübergreifende Betrachtung nicht umgesetzt werden können. Die Integration von externen und internen Wasserstoff- und Stromdaten ermöglicht eine praktikable Planung, Steuerung und Auswertung von Lasten und Bedarf, sofern geeignete Tools die Datenanalyse zielgerecht unterstützen.

Ist dieser Kern garantiert, ermöglicht der Einsatz modernster cutting-edge Technologien die kostengünstige Gestaltung von Prozessen unter anderem durch E2E-Prozessmanagement und Automatisierung. Klassische Einsatzfelder von Trendthemen sind Load Forecasting durch AI, Zertifikate zu grünem Wasserstoff über Blockchain, Handel und Dashboarding der Wasserstofftätigkeiten über Plattformen, sowie der Einsatz smarter IoT-Sensorentechnik. Insgesamt wird erwartet, dass sich durch den Einsatz von AIoT-Lösungen, Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz im Internet der Dinge, die Kapital- und Betriebskosten von grünem Wasserstoff in Zukunft um bis zu 25% verringern könnten. Von Champagner kann dann keine Rede mehr sein.

Digitale Technologie unterstützt die Integration von Wasserstoff in die bestehende Projekt- und Produktlandschaft.

Erfahren Sie mehr zum Thema in unseren Wasserstoffportfolio für den Energiesektor.