DETECON Consulting

Der größte Wissenszuwachs bei Mitarbeitern entsteht zukünftig durch eine stärkere Vernetzung im eigenen Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinaus. Dies sagt die ICT-Management-Beratung Detecon in ihrem neuen Opinion Paper „Learning Enterprise 2.0“ voraus.

70 Prozent der zukünftigen Weiterbildung würden in Form von offenem Austausch unter Kollegen oder mit Fachkräften anderer Unternehmen geschehen. Auf das heute noch vorherrschende klassische Training würden langfristig nur noch 10 Prozent der Weiterbildungsressourcen entfallen.

Die Autoren des Papiers betonen, dass sich durch die Innovationen der Informations- und Telekommunikationstechnologie Partner ad hoc zu sogenannten „Smart Business Networks“ zusammenschließen könnten, um bestimmte Aufgaben gemeinsam zu lösen. Stünden anschließend neue Herausforderungen an, könnten sich diese Netzwerke schnell neu gruppieren.

„Auch spielen die Prinzipien der Generation Y eine große Rolle“, sagt Jörg Sander, Principal Consultant bei Detecon und einer der Ko-Autoren des Beratungspapiers. Informationen beziehe diese Generation Y fast ausschließlich aus dem Internet. „Das Bemerkenswerte dabei ist, dass für diese jungen Anwender benutzergenerierte Inhalte genauso wichtig sind wie die klassischen Suchergebnisse zum Beispiel von Google“, ergänzt Sander. „Dies eröffnet einen weiten Horizont für vernetztes Lernen.“

Als Konsequenz aus diesem Umbruch müssten Unternehmen Lernarchitekturen aufbauen, welche die besten Mitarbeiter zusammenführen und das Teilen von Wissen und Ideen bestmöglich fördern. Wichtiger würden zum Beispiel Partnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen. Das erleichtere einerseits Studierenden den Berufseinstieg und öffne andererseits universitäre Lehrveranstaltungen für Berufstätige. Vor allem aber müssten Unternehmen ihre innerbetriebliche Vernetzung als zukünftig essentieller Bestandteil des Lernens fördern. Dies könne zum Beispiel über eine offene Raumeinteilung von Büros geschehen oder über ansprechend aufbereitete Social-Media-Netzwerke mit einer hohen Interaktivität und Informationsdichte. „E-Mails hingegen sind für die Generation Y eine veraltete Form der Kommunikation“, so Sander.

Offener Austausch mit Externen

„Im offenen Austausch auch mit Externen liegt die Zukunft der Lern- und Wissenskultur in Unternehmen“, erläutert der Detecon-Berater. Über soziale Netzwerke könnten Brainstormings und Ideenbörsen mit tausenden von Teilnehmern organisiert werden, die aus unterschiedlichsten Wissengebieten und Kulturen kommen. „Dazu gehören auch Marktplätze, auf denen die besten Ideen wie an einer Börse gehandelt werden“, sagt Sander. „Als Voraussetzung dafür müssen Unternehmen ihre Bildungs- und Innovationsstrukturen verändern.“ Bildungsangebote müssten in Zukunft auf kleine Zielgruppen oder sogar individuell ausgerichtet sein. Für die IT bedeute dies: „Business as a Service ersetzt starre IT-Infrastrukturen und monolithische, oft unflexible Lernmanagement-Systeme“, so Sander.

Als Symbol für den offenen Austausch und das situationsbezogene Lernen in Netzwerken diene der sogenannte „Schwarze Schwan“. Er stehe bildhaft für das Ungewöhnliche und die Erweiterung des Horizonts. „Wenn Unternehmen und ihre Mitarbeiter immer nur dasselbe betrachten und in klassischen Schulungen stets wiederholen, glauben sie irgendwann, dass es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt“, erläutert Sander das Prinzip des „Schwarzen Schwans“. Nur wer sich nach außen hin öffne, könne den eigenen Wissenshorizont erweitern und neue, ungewöhnliche Sichtweisen entdecken. „Wenn Unternehmen diese Fähigkeit entwickeln, werden sie feststellen, dass es – symbolisch gesprochen – eben auch schwarze Schwäne gibt“, so Sander.

Das Detecon Opinion Paper „Learning Enterprise 2.0 – Lernen und Wissen im Unternehmen der Zukunft” steht zum Download zur Verfügung unter: http://www.detecon.com/de/Publikationen/learning-enterprise-20-0.

Mehr zum Thema „Lernen der Zukunft“ bieten darüber hinaus die Detecon-Publikationen „Mission Zukunft: ICT 2032. 45 Thesen für den Weg ins Morgen“ und „Think ICT 2032: Lernen und Wissen im Unternehmen der Zukunft“. Beide Veröffentlichungen lassen sich unter folgendem Link kostenfrei beziehen: http://www.detecon.com/de/Hot_Topics/leading-digital.