DETECON Consulting

Sind EAM-Tools Silos in der IT-Landschaft?

Tools und Software Suites für das Enterprise Architecture Management (EAM) sind häufig nur schlecht in die IT-Landschaft der Unternehmen integriert. Oft sind sie weder mit anderen Business-Applikationen verbunden, noch werden sie für globales Stammdatenmanagement verwendet, zeigt eine Analyse von Detecon Consulting auf. Die Folge ist, dass EAM-Konzepte in der Praxis nur ansatzweise umgesetzt werden und somit weit hinter ihren Möglichkeiten bleiben.

„Die Mehrheit der Unternehmen nutzt nur einen Bruchteil der Funktionalitäten, die ihre EAM-Tools zur Verfügung stellen“, sagt Philip Peters, Consultant und einer der Enterprise-Architecture-Spezialisten bei Detecon. Sein Team hat den Reifegrad und die Integrationstiefe von EAM-Tools auf Basis von zehn umfangreichen Architektur-Projekten der vergangenen drei Jahre branchenübergreifend untersucht. Ergebnis: Die wenigsten Unternehmen binden ihre EAM-Tools genügend in die Prozesslandschaft und das Projektmanagement ein. Sie werden kaum dazu genutzt, Daten bereitzustellen oder im Projektkontext Freigaben durch die Architektur zu erteilen. Auf Schnittstellen für den Datenaustausch zwischen einem EAM-Tool und Quellen wie dem Business Process Management (BPM) oder einer Configuration Management Dababase (CMDB) wird in der Regel verzichtet. „Meistens“, ergänzt Stephan Dieter, Managing Consultant und Co-Autor der Analyse, „verfügt ein EAM-Tool nur über den Datenbestand, den ein Architekt einmalig auf Basis einfacher Listen manuell importiert hat.“

Die oberflächliche IT-Integration habe einen einfachen Grund: „Die Unternehmen leben das EAM noch nicht in der notwendigen Tiefe“, erklärt Philip Peters. „In den meisten Unternehmen wird es als reine IT-Aufgabe gesehen“, ergänzt Stephan Dieter. „Zu selten arbeiten IT- und Fachseite mit einem gemeinsamen EAM-Ansatz.“ Zentrale EAM-Richtlinien liegen in der Regel als unverbindliche Empfehlungen vor, denen die Architekten unterschiedlicher Unternehmenseinheiten nicht folgen müssen.

Um das Potenzial des Enterprise Architecture Managements zu heben, empfehlen die Detecon-Berater daher drei Schritte:

  1. IT-Architekturverantwortliche sollten die Integration ihres EAM-Tools fördern, indem sie konsistente Schnittstellen, die ein unternehmensweites Datenmodell unterstützen, definieren und implementieren.
  2. Unternehmen sollten ihr EAM-Tool als zentrale Datenquelle mit integriertem Datenbestand einrichten. Alle Auswertungen und Applikationen sollten darauf zurückgreifen (Single Point of Truth, SPOT).
  3. Auf organisatorischer Ebene sollte das EAM-Tool zum unterstützenden Tool im Projekteinsatz bestimmt werden. Bereits bei der Projektorganisation sollten klare Rollen und Funktionen definiert sein, die mit Hilfe des EAM-Tools durchgeführt werden.

EAM-Tools unterstützen digitale Transformation

Werden diese Empfehlungen umgesetzt, kann das EAM-Tool unterstützend bei der zunehmenden Digitalisierung der Unternehmen dienen. „Als Instrument zur Planung und nachhaltigen Umsetzung der digitalen Transformation hat Detecon den „Digital Navigator“ entwickelt“, so Stephan Dieter. „Gerade für Schlüsselfähigkeiten wie Digital Information Management und Digital Business Processes bieten EAM-Tools das notwendige Potenzial, um beispielsweise ein sorgfältig verankertes Privacy Management unternehmensweit einzuführen.“

Eine Zusammenfassung der Analyse „EAM-Tools & IT-Landschaften“ steht unter www.detecon.com/eam zum Download zur Verfügung.