DETECON Consulting

Future Telco - Sieben Hebel für die Zukunft der Telekommunikationsindustrie

Rasantes Wachstum neuer Dienste und Daten, zunehmende Vernetzung und Digitalisierung in allen Branchen und Lebensbereichen und gleichzeitig harte Preiskämpfe, um Kunden nicht zu verlieren - die Telekommunikationsbranche in gesättigten Märkten steht vor gravierenden Herausforderungen. Welche Strategien und Maßnahmen sich den Akteuren bieten, beschreibt das Buch "Future Telco" der Managementberatung Detecon International. Ein Team aus Beratern und Gastautoren aus Wirtschaft und Wissenschaft hat in verschiedenen Artikeln und Interviews sieben Hebel identifiziert, die die Profitabilität von Carriern sicherstellen können: Moderne Netzkonzepte, integrierter Ausbau der Netzkapazitäten, fokussierte Innovation, forciertes Partnering, Ausbau des Wholesale-Geschäfts, differenzierte Marktbearbeitung sowie agile Prozesse und IT.

"Die Bewältigung des immensen Verkehrswachstums ist die zentrale Aufgabe für Telekommunikationsunternehmen. Überleben werden Carrier, die es verstehen, ihre Netze hocheffizient zu planen, aufzubauen, zu betreiben sowie entsprechend zu monetarisieren", betont Dr. Peter Krüssel, Managing Partner von Detecon. "Die Maßnahmen, welche wir in diesem Buch beschreiben, sollen die Handelnden auch dazu befähigen, sich dem Kunden gegenüber als wichtiger Dirigent der digitalen Wertschöpfung zu positionieren und sich vom Getriebenen zum Treiber der digitalen Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln."

Eine Kernthese der Buchautoren lautet, dass nur Telekommunikationsunternehmen mit integrierter, flächendeckender Infrastruktur für Festnetz und Mobilfunk über die Voraussetzungen verfügen, kommende Herausforderungen wie das immense Wachstum von Diensten und Daten erfolgreich zu bewältigen. So führen etwa die begrenzten Kapazitäten im Mobilfunk dazu, dass über kurz oder lang die Netzinfrastruktur immer feinmaschiger aufzubauen ist. Mobilfunkkonzerne sind dann gezwungen, ihre Netze mit neuen, kleinen Zellen aufzubauen und an das Kernnetz anzubinden. Carrier, die bereits über ein flächendeckendes, granulares Festnetz und gleichzeitig über eine entsprechende Mobilfunkinfrastruktur verfügen, befinden sich hier im Vergleich zu reinen Mobilfunkunternehmen eindeutig im Vorteil. Diesen bleiben nach Ansicht der Autoren nur die Optionen als Reseller, Serviceprovider oder MVNO (Mobile Virtual Network Operator) aufzutreten und sich damit vom eigenen Netz zu trennen oder sich mit einem Festnetzanbieter gemeinsam zum integrierten Carrier zu entwickeln.

Die integrierten Festnetz- und Mobilfunkbetreiber kommen nicht umhin, immer mehr Netzressourcen bereitzustellen und ihre Produktions- und Vermarktungseffizienz fortlaufend zu steigern. Wichtige Elemente solcher Strategien sind die verstärkte Einführung von IP-Technologie, die Virtualisierung von Netzfunktionen und Software-defined Networks, also die konsequente Anwendung von IT-Prinzipien auf die klassische Telekommunikationsproduktion. Laut den Buchautoren beschleunigt und flexibilisiert dies Innovation, Produktenwicklung, Dienstbereitstellung sowie die Einbindung externer Partner. Zudem schaffen diese technischen und strukturellen Maßnahmen die Voraussetzung für die Monetarisierung der Netze, für die Reduktion von Abhängigkeiten gegenüber Netzwerkausrüstern und neue unternehmerische Freiräume gegenüber den sogenannten Over-the-Top-Playern (OTT), also den Internet-Unternehmen, die ihren Kunden datenintensive Dienste vielfach kostenfrei über das Netz anbieten.

Alles in allem steht den Carriern nach Ansicht der Autoren eine Transformation mit vielen prozessualen, aber auch kulturellen Veränderungen bevor. Festnetz und Mobilfunk wie auch die zugehörige Vermarktung sind künftig integriert zu planen und aufzubauen. Mit Hinblick auf die neuen Investitionserfordernisse, den Zwang zur Auslastung der Netze und die für die Profitabilität wichtigen Skaleneffekte sind zudem künftig auch Netzkooperationen unter großen Telekombetreibern ratsam. Dies kann sich auf die gemeinsame Nutzung von Netzen und Netzelementen, weitreichende Roamingabkommen, aber auch gemeinsame Initiativen für neue Geschäftsfelder wie Cloud Services oder M2M erstrecken.

Horizontales, aber auch vertikales Partnering wird demnach eine immer wichtigere Rolle spielen: Gerade OTT-Player werden nicht nur als Wettbewerber, sondern innerhalb von Kooperation auch als potenzielle neue Erlösquelle und möglicher Differenzierungsfaktor in Frage kommen. Die Zusammenarbeit könnte sich auf Revenue-Share-Modelle, gemeinsame Vermarktungen mit oder ohne eigenständigem Branding und Vertriebspartnerschaften sowie differenzierte Quality-of-Services hinsichtlich der für die Endkunden zugesagten Konnektivität beziehen. Gerade das attraktive Service-Enabling-Portfolio aus innovativen Qualitätsmechanismen, netznahen Innovationen sowie schnellen, offenen und flexiblen Kommunikationsplattformen ermöglicht es potenziellen Partnern, sich schnell und unkompliziert an die Netze der Telekommunikationsunternehmen anzuschließen und damit neue Produkte zur Verfügung zu stellen.

"Im Buch spiegeln sich viele Erfahrungen wider, die Detecon weltweit bei vielen Beratungsprojekten in der Telekommunikationsbranche gesammelt hat. Gemeinsam mit unseren Gastautoren haben wir die aktuellen Herausforderungen aus vielen Blickwinkeln betrachtet und so ein umfassendes Bild über Handlungsbedarf und praxisorientierte Konzepte gewonnen", erläutert Dr. Peter Krüssel von Detecon.

Das Buch "Future Telco" ist zu beziehen unter: www.detecon.com/future_telco