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Wie Geschäftsprozesse mittels Blockchain und dBPM fehlerfrei ablaufen könnten.

Mit den Methoden des Business Process Management (BPM) sollen Geschäftsprozesse modelliert, gesteuert und optimiert werden. Verbunden mit Konzepten wie dem Internet der Dinge (IoT) und der Blockchain-Technologie eröffnen sich künftig für die digitale Geschäftsprozessplanung (dBPM) völlig neue Möglichkeiten.

Grundsätzlich schafft der technologische Fortschritt durch „smarte Objekte“, die im Internet der Dinge intelligent interagieren und miteinander kommunizieren, immer mehr Wege für automatisierte Zusammenarbeit. Ein Beispiel hierfür ist etwa das sogenannte Narrow-Band IoT, eine Funktechnologie, die bei geringem Energieverbrauch batteriebetriebene Sensoren, die an beliebige Objekte angebracht werden können, miteinander vernetzt und auf einfacher Funkebene Signale sendet. Auch bisher unrentable Konnektivitätsprojekte für Wasserzähler, Straßenlaternen und Mülleimer rechnen sich damit und lassen sich künftig intelligent steuern.

Innerhalb von (dBPM-geplanten) Prozessen würden „smarte Objekte“ nun den Vorteil bieten, die Abfolge von Geschäftsaktivitäten anhand von Start- und Endzuständen sowie zu erfüllenden Bedingungen besonders genau zu planen und zu protokollieren.

Smarte Verträge organisieren Prozessablauf

Die durch Bitcoin bekannt gewordene Blockchain-Technologie kann nun dabei helfen, die „smarten Objekte“ intelligent zu verwalten: Da Prozesse anhand von Definitionen ablaufen, bietet es sich an, hierfür auch intelligente Vertragsalgorithmen einzusetzen. Sogenannte „Smart Contracts“ (intelligente und automatisierte Verträge) stellen eine typische Applikation für die Blockchain-Technologie dar. Sie legen über Algorithmen, also „wenn X, dann Y“, Mechanismen fest, welche Bedingungen (Input) zu welchen Entscheidungen (Output) führen. Genau damit haben sie das Potenzial, als elementare Bausteine für komplexe dBPM-Prozesse zu dienen. Diese Prozesse werden zusätzlich in chronologischer Reihenfolge in einem auf verschiedenen Computern angelegten Register gespeichert, dem sogenannten „decentral ledger (DLT)“.

Die Blockchain-Netzlogik baut auf einem dezentralen Netzwerk auf, in dem Algorithmen die Historien aller öffentlichen Register kennen und somit jede Transaktion auf Plausibilität überprüfen können. Deshalb ist im Gegensatz zu bestehenden Systemen die Verletzung von Prozessregeln innerhalb eines Blockchain-Systems theoretisch unmöglich. Durch die dezentrale Überprüfung und Verschlüsselungsverfahren sind systematisch Hackerattacken ausgeschaltet. In einem Internet der Dinge zusammengeschlossen könnte dies auch dem Konzept von dBPM neue Dynamik verleihen.

Eine mögliche Anwendung kann sein, dass ein Pool von IoT-Geräten verspricht, Daten zu sammeln und ein Verbraucher ein Versprechen platziert, dafür zu zahlen, wenn Datenvolumen und -qualität bestimmten Kriterien entsprechen. Um dies auszuführen, benötigt es in global verteilten IoT-Systemen die Authentifizierung und Sicherheit des dezentralen Blockchain-Registers.

Agile Prozesse neu gestalten

Um generell künftig bei der laufenden Transformation von Geschäftsprozessen mit der Marktdynamik Schritt halten zu können, wird ein hoher Bedarf darin bestehen, neue Prozesse durch „Smart Contracts“ zu automatisieren. Ein dBPM kann nun das Werkzeug sein, um solche Prozesse zu entwerfen, das Internet der Dinge liefert die notwendigen Daten und „Smart Contracts“ führen die Prozesse dann schließlich aus. Die neuen Verfahren würden wesentlich schneller und vor allem mit geringerem Risiko ablaufen, die falsche Entscheidung zu treffen.

Offen ist allerdings noch, auf welche Weise ein dezentrales Register mit dBPM kombiniert werden kann. Unternehmen benötigen noch eine geeignete Schnittstelle, um die Register ins Prozessmanagement Schritt für Schritt zu integrieren. Auch wird es wohl eher für junge Unternehmen leichter sein, diese neuen Mechanismen einzuführen, da sie deutlich weniger komplexe Bürokratie zu tragen haben. Wir beobachten derzeit, dass dies bald möglich ist, da die Blockchain-Technologie, beziehungsweise verschiedene Firmen an bedienungsfreundlichen Lösungen arbeiten.

Zusammengefasst: Bisher dienten digitale Business-Process-Management-Systeme vor allem als Prozess-Controlling und Management-Tool. Blockchain-Technologie eröffnet eine neue Dimension der laufenden Planung von Geschäftsprozessen, die durch dezentrale Register – und Authentifzierungsprozesse gleichzeitig auch besonders sicher ablaufen.