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Autonomes Fahren

Der Boost für Connected Car Dienste

Die Automobilindustrie befindet sich im digitalen Wandel. Getrieben durch die beiden Megatrends Fahrzeugvernetzung und –automatisierung sind Hersteller gezwungen ihre Geschäftsmodelle von Grund auf zu überdenken. Der Deckungsbeitrag mechanischer Fahrzeugkomponenten konvergiert gegen Null. Das Kerngeschäft der OEMs – die reine Fahrzeugproduktion – wird auf lange Sicht nicht mehr gewinnbringend sein. Differenzierungsstrategien - etwa beworben durch die „Freude am Fahren“ greifen nicht mehr, sobald das Lenkrad nur noch zur Sonderausstattung gehört. Fahrzeughersteller sind gefordert neue Mobilitätsservices zu entwickeln, wenn sie auch zukünftig eine Rolle spielen wollen.

Wer die mobile Zukunft mitgestalten will, muss die besten digitalen Services liefern

Während sich der mechanische Teil des Automobils dank zunehmender Automatisierung mehr und mehr zur Commodity entwickelt, entstehen enorme Marktpotenziale für Connected Car Dienste. Das automatisierte Fahrzeug wird zum Enabler für das Connected Car. Der Fahrer wird zum Beifahrer, das Fahrzeug zur Mobilitätsplattform. Das schafft Raum für neue Services und gleichzeitig mehr Flexibilität, Zeit, Sicherheit und Komfort für den Passagier. Mobilitätsprovidern geht es nun darum, möglichst viel von der gewonnen Zeit für sich zu gewinnen. Entertainment und Konnektivität sind die wichtigsten Bereiche dafür, wie eine Detecon Studie von 2016 zeigt.

Quelle: Detecon-Studie "Autonomes Fahren", März 2016

Automotive OEMs auf der Suche nach der „Freude am Beifahren“

OEMs verlieren durch die Digitalisierung des Automobils ein Stück weit ihren Heimvorteil. Der Kampf um Neukunden wird künftig nicht auf Fahrzeugebene sondern auf der Ebene von Mobilitätsservices ausgetragen. Hildegard Wortmann, Markenleiterin eines Münchner Automobilbauers, sieht die Herausforderung der Fahrzeughersteller darin, die „Gatekeeperfunktion für Mobilitätsangebote“ gewinnbringend auszufüllen. Das Fahrzeug muss ein „Wohlfühl-Umfeld“ sein, Devices und Informationen müssen perfekt in das Fahrzeug integriert werden.

Fakt ist: die individuelle Mobilität bleibt auch in Zukunft ein zentrales Grundbedürfnis der Menschen. Das Ziel möglichst effizient von A nach B zu kommen wird dabei weiterhin die wichtigste Rolle spielen. Ob das Auto dazu noch die erste Wahl bleiben wird ist fraglich. Entscheidend wird sein, wer die beste Mobilitätsdienstleistung bietet. Neue Player à la Uber werden versuchen diesen Wandel weiter für sich zu nutzen – OEMs müssen eine neue Perspektive einnehmen und mit innovativen Geschäftsmodellen dagegen halten.

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